Verein

Wir über uns
Termine
Kontakt



Projektförderung Indien

CGC
BBW -  Vocational Training Centre VTC

Betty Huber Home
Tobi School

Projekte
Tsunami Projekte
laufende Projekte

Jahres- und Reiseberichte
So können Sie uns helfen


Neuigkeiten

Gästebuch

Links
PARTNERSCHAFT IN EINER WELT e.V. MOSBACH
Partnership One World - POW

Jahres- und Reiseberichte

Die einzelnen Jahresberichten können unten mit den Bildern als pdf-Datei heruntergeladen werden.

 Jahresbericht 2007

Mosbach-Sattelbach, den 12.11.2007

Liebe Spenderinnen und Spender, liebe Interessierte,

herzlichen Dank für Ihre finanzielle und ideelle Unterstützung. Auch in diesem Jahr wollen wir Sie natürlich informieren über die vielfältige Arbeit, die in Indien getan wird. Wir berichten über die abgeschlossenen und laufenden Projekte und über die aktuelle Situation in Indien. Nur dank Ihrer Unterstützung konnte all die viele Arbeit in Indien geleistet werden.

Es hat sich viel getan im vergangenen Jahr beim Child Guidance Centre (CGC).

Das  Tsunami Waisenhaus wurde nach zweijähriger Laufzeit abgeschlossen und abgerechnet. Die MitarbeiterInnen des CGC haben in diesen zwei Jahren in liebevoller Weise versucht, den Kindern bei der Bewältigung der traumatisierenden Ereignisse im Zusammenhang mit dem Tsunami in vielerlei Weise zur Seite zu stehen. Sie haben damit etwas geschafft, was in der betroffenen Gegend durch die Überlebenden nicht machbar gewesen wäre. Sie haben wieder Licht in die Lebensläufe der Kinder gebracht. Mit Nahrung und Medizin, Liebe und Geduld, Respekt und Verständnis gelang für diese Kinder ein neuer Anfang. Mit psychologischer Traumatherapie und begleitenden Maßnahmen, Schule und pädagogischer Erziehung wurden die Kinder behutsam in die Gesellschaft zurückgeführt. Dazu gehörte auch und ganz bewusst der Besuch öffentlicher Schulen. 90% der Kinder hatten sehr gute Noten („A“) und eines der Kinder war sogar Schulbester.

Das Waisenhaus war nicht nur ein Heim, sondern es war auch ein Schutzraum. Jedes Kind konnte sich dort in dem Maß einbringen, in dem es seinen Trauma - Panzer verlassen konnte. Schrittweise zeigten die Kinder ihre Persönlichkeit, manchmal mit verblüffenden Talenten. In regelmäßigen Hausbesprechungen wurden gemeinsam Tagesablauf und Hausregeln festgelegt. Neben der Schule und den Mahlzeiten gab es feste Zeiten für Hausaufgaben, Yoga (wie hier bei einem Ausflug), Sport und Spiel. Die Routine des Tagesablaufs vermittelte ihnen Sicherheit. Die Kinder fühlten sich im Waisenhaus sehr wohl. Individuelle Begabungen wurden gefördert.

Das Jahr 2007 stand im Zeichen der Ablösung von der beschützenden Umgebung. Durch den Umzug an die Küste hatten die Kinder Kontakte zu ihren überlebenden Verwandten und Freunden knüpfen können. In 36 Fällen erklärten sich diese bereit, ein Kind in ihre Familie aufzunehmen. Sie besuchen inzwischen weiterführende Schulen und leben in deren Internaten. 14 Kinder wurden von staatlichen Waisenhäusern aufgenommen. Der Übergang in die Familien war nur möglich, weil die Kinder gelernt hatten, ihr Trauma zu bewältigen. Die Situation in den staatlichen Waisenhäusern hat sich in diesen zwei Jahren entspannt.

Auch die Situation in der Tobi School hat sich erheblich verbessert. Der Neubau der großen Umgehungsstraße, die im vergangenen Jahr die Planung eines Neubaus der Tobi School erforderte, wurde von der Stadt noch nicht begonnen. Dafür steht schon die neue Tobi School. Der Antrag bei der SEZ (Stiftung Entwicklungszusammenarbeit in Baden Württemberg) konnte nicht in der Schnelligkeit bewilligt werden, wie ein Neubau erforderlich war. So haben wir in den letzten Tages des Jahres 2006 noch 10.000 € für den Neubau des ersten Stocks überwiesen. Diese 10.000 € waren das Ergebnis eines Benefizkonzerts des Orchesters von NKG, APG und Musikschule, der Kollekte der Johanneskirche Mosbach, einer Weihnachtsspende des Kollegiums der Johannesbergschule Mosbach und sind am Vamostag 2005 erwandert worden. Dieser erste Stock ist mittlerweile fertig; er wurde im August vom zuständigen Minister mit einem großen Fest eingeweiht. Bei der SEZ wurde nun ein Antrag für den zweiten Stock gestellt, der auch schon genehmigt ist; das Geld ist in Indien und mit dem Bau des zweiten Stockwerks wurde begonnen. Im Dezember soll es fertig sein. Die Kinder werden schon im Neubau unterrichtet und sind ganz begeistert von ihrer neuen Schule. Eine Tafel am Eingang erinnert daran, dass die Schule von unserem Verein finanziert wurde. „Supported by POW Members“ – also: gefördert von den Mitgliedern von „Partnerschaft In Einer Welt“ (POW – Partnership One World).

Die Räume der alten Tobi School sind nun Küche und Sozialräume für alle Kinder, die auf diesem Areal leben und lernen.

Im Januar hat die Tobi School über die Aktion „Ein Herz für Kinder“ Bild hilft e.V., einen neuen Schulbus finanziert bekommen. Nun können die Kinder aus den benachbarten Dörfern erheblich schneller und bequemer in die Schule gebracht werden.

Der größte Posten im vergangenen Jahr war der Bau des Berufsbildungswerks für leichter behinderte Jugendliche. In dem zweistöckigen Gebäude auf einer Grundfläche von 230 qm erhalten pro Halbjahr 150 Jugendliche eine einfache Berufsausbildung. Die Schulung erfolgt durch pädagogische und psychologische Fachkräfte. Danach erhalten die Jugendlichen jeweils einen Mikrokredit, um sich in ihren Dörfern selbständig zu machen. Das trägt zum einen dazu bei, dass die Jugendlichen ihren Lebensunterhalt nun selbst verdienen können; zum anderen wird auch die dörfliche Infrastruktur verbessert. Die Jugendlichen sollen speziell in den Bereichen geschult werden, die in ihren Dörfern nicht so gut entwickelt sind. Auch nach Beendigung der Ausbildung werden die jungen Menschen durch kompetente MitarbeiterInnen des CGC beraten. Das Projekt umfasst ein Volumen von ca. 124.000 €; ca. 100.000 € vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), ca. 7.000 € ist der Eigenanteil in Indien, der vor allem durch das eingebrachte Grundstück abgedeckt wird; der Eigenanteil unseres Vereins beträgt dann ca. 17.000 €. Das Gebäude ist nun fast fertig gestellt und die ersten Jugendlichen werden bald mit ihrer Ausbildung beginnen können.

Im vergangenen Jahr konnte das Stammhaus des CGC in neue eigene Gebäude umziehen. Endlich haben die Kinder und Jugendliche mehr Platz, ein helles großzügiges Gebäude mit einem schönen Außenbereich – hier können sie spielen, lernen, Sport machen und sich wohl fühlen. Es können nun mehr Kinder und Jugendliche in die Schule gehen, allerdings ist die Kapazität schon wieder ausgeschöpft. Die Arbeit des CGC hat in Hyderabad und Umgebung einen so guten Ruf, dass längst nicht alle Kinder aufgenommen werden können.

Es ist schön zu sehen, die die Arbeit des CGC wächst und gedeiht. Unsere Familie wird über Weihnachten nach Indien reisen.  Vor knapp zwei Jahren waren wir das letzte Mal dort; in dieser Zeit sind drei neue Häuser entstanden. Zwei davon konnten nur durch unsere Unterstützung gebaut werden. Auf unserer Reise  werden wir natürlich alle Projekte des CGC besuchen, viele Gespräche führen und uns davon überzeugen, dass die Gelder in dem Sinn eingesetzt wurden, wie es mit uns besprochen wurde.

Im Frühjahr haben wir weitere 10.000 € überwiesen, da Dr. P. Frank Viswanath (Sunny) für die Arbeit außerhalb der Projekte dringend Geld benötigte. Hiervon hat er vor allem für viele Kinder in den Slums eine Krankenversicherung abgeschlossen. Der Gesundheitszustand vieler dieser Kinder ist besorgniserregend. Einen Arztbesuch können sich die Eltern nicht leisten. So werden nun auch diese Kinder ärztlich versorgt.

Sunny hat uns in diesem Jahr Anfang November zum zweiten Mal kurz besucht. Wir konnten mit ihm viele Dinge besprechen. Wir haben ihn auf seine Erfahrungen mit „Weihnachten im Schuhkarton“ angesprochen. Auch das CGC hat in den letzten Wochen – also mehr als ein halbes Jahr nach der Aktion!!! – Pakete erhalten. Er sieht diese Aktion sehr kritisch; die Lebensmittel konnten nicht mehr verzehrt werden; Filzstifte z.B. sind ausgelaufen; Zahnpasta u.ä. musste aussortiert werden, da vielfach der Gebrauch unbekannt ist und die Gefahr der nicht sachgemäßen Verwendung gegeben ist. Er bedauert sehr, dass von einem mit so viel Liebe in z.B. Deutschland gepackten Paket vielleicht noch ein kleines Spielzeug übrig bleibt. Als wir ihm dann gesagt hatten, dass so ein Paket incl. Porto wohl mindestens 20 € kostet, war er schlicht entsetzt. Ein Kritikpunkt ist auch, dass viele Produkte zumindest bei den Kindern mit denen er zu tun hat, unbekannt sind. Erheblich sinnvoller findet er, wenn die Artikel, die verschenkt werden, im entsprechenden Land gekauft werden. Damit wird zum einen die örtliche Wirtschaft gefördert, zum anderen können Dinge gekauft werden, die auch wirklich benötigt werden und die den Kindern eine Freude bereiten, außerdem können diese Produkte in Indien auch erheblich günstiger eingekauft werden. Wir haben daher mit ihm besprochen, eine eigene Aktion ins Leben zu rufen. Für nur 5 € können die Kinder im CGC ein Weihnachtsgeschenk und zusätzlich ein kleines Geburtstagsgeschenk erhalten. Es fehlt dann natürlich der persönliche Bezug, der vor allem für Kinder hier sehr wichtig ist; dies könnte mit einem Foto, gemaltem Bild oder Karte gegeben werden. Diese Grüße könnten wir dann in diesem Jahr mitnehmen und die Geschenke direkt den Kindern übergeben. Wir freuen uns, wenn Sie diese Aktion unterstützen und mit dem Vermerk „Aktion Weihnachtsgeschenk“ auf unser Spendenkonto überweisen. Bilder u.ä. können Sie gerne an unsere Adresse schicken oder im Weltladen Mosbach abgeben.

Hinweisen wollen wir Sie noch einmal auf unsere „Patenschaften für Projekte“. Durch regelmäßige Spenden können wir laufende Projekte besser unterstützen. So werden durch solche Patenschaften jetzt schon z.B. mehrere Bala Bata Schulen (Nachhilfeschulen für benachteiligte Kinder) gefördert. Solche Schulen können nur gegründet werden, wenn die laufende Finanzierung gesichert ist. Eine Weihnachtsaktion der Schefflenzschule hat hier sehr geholfen. Schon mit 15 € monatlich kann eine ganze Schule mit mehr als 30 Kindern gegründet werden. Die Eltern dieser Kinder sind meist Analphabeten und nicht in der Lage ihren Kindern zu helfen. Durch die intensive Förderung in den Bala Bata Schulen wird es vielen Kindern ermöglicht einen guten Abschluss in der Grundschule (6. Klasse) zu machen. Viele haben so gute Leistungen erzielt, dass sie in staatliche weiterführende Internatsschulen gehen können; haben sie die Prüfungen hierfür bestanden, wird die weitere Bildung vom Staat finanziert.

Das Mikrokreditprogramm, das wir vor einigen Jahren als revolvierenden Fonds ins Leben gerufen haben, läuft weiterhin sehr gut. So konnte sich hier Srisailam (15 Jahre) eine Büffelkuh mit einem weiblichen Kälbchen für 10.000 Rupien (ca. 200 €) kaufen. Er kauft sich das Futter und seinen Anteil am Kuhstall, versorgt die beiden Tiere und kann durch den Verkauf zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Seine Kuh gibt täglich 7 Liter Milch, die er pro Liter für 14 Rupien verkaufen kann. Ist sein Kälbchen erst einmal groß, hat er zwei Tiere, die Milch geben und deren Kälbchen er dann verkaufen kann.

Die Ideen für weitere Arbeit gehen in Indien natürlich nicht aus. In der Nähe der Tobi School werden vom Staat für Slumbewohner neue Häuser gebaut; ein kleines Dorf soll entstehen. Eine staatliche Grundschule wird wohl noch lange auf sich warten lassen. Aus diesem Grund überlegt Sunny in vielleicht der alten Tobi School eine kleine Grundschule für die Slumkinder zu eröffnen

Weiter finden Überlegungen statt im „Mosbach-Shelter“ ein Junior-College zu eröffnen. Die Verhandlungen mit dem Staat laufen schon.

Schon im letztjährigen Brief habe ich von der Planung einer eigenen Website gesprochen. Freigeschaltet ist diese Seite schon, allerdings noch im Aufbau; einige Informationen gibt es schon. Alles ist noch im Versuchsstadium. Kurz und gut – wir haben es noch mit einer Großbaustelle zu tun. Aber vielleicht haben Sie ja Lust ab und an vorbeizuschauen, es wird sich bestimmt bald etwas verändern: http://www.pow-mosbach.de/  Informationen in Englisch finden Sie auf der Website des CGC: http://www.cgcindia.org/

Wir hoffen, dass wir Sie für unsere Arbeit interessieren und Ihnen einen kleinen Einblick in die Arbeit des CGC geben konnten. Natürlich sind wir auch in diesem Jahr auf Ihre Unterstützung angewiesen. Das können Sie auf vielfältige Weise tun. Für einmalige Spenden und die „Aktion Weihnachtsgeschenk“ (als Betreff notieren) legen wir einen Überweisungsträger bei; wenn Sie uns regelmäßig unterstützen wollen können Sie einfach einen Dauerauftrag mit dem Vermerk „Projektpatenschaft“ eröffnen; gerne helfen wir Ihnen hier auch persönlich weiter. Wie immer können Sie sicher sein, dass jeder Cent Ihrer Spende in Indien ankommt, Verwaltungsaufwand und Überweisungsgebühr werden hiervon nicht finanziert!!!

Wir sind der festen Überzeugung, dass Dank Ihrer Hilfe wieder viele Menschen in Indien lachen können, wie hier Jürgen, und eine neue Lebensperspektive erhalten. Jürgen wurde vor einigen Jahren in einem Mülleimer eines großen Bahnhofs gefunden, völlig von Ameisen zerfressen und in einem gesundheitlich desolaten Zustand. Dank der liebevollen Zuwendung und Pflege ist er nun ein fröhlicher und auch sehr ehrgeiziger Junge.

“Caring the handicapped is a religion, serving them is like serving GOD.” („Behinderte zu versorgen ist eine Religion, ihnen zu dienen bedeutet Gott zu dienen.“) Dies ist der Kernsatz der Arbeit des CGC; Arbeit mit Menschen mit Behinderungen ist Gottesdienst! So grüße ich Sie in diesem Jahr mit einem Vers aus dem Matthäusevangelium: Jesus spricht: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder für eine meiner geringsten Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan.“ (Mt 25,40)

Ich wünsche Ihnen eine friedvolle und gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

                                 Ulrike Paeper, Pfarrerin


Jahresbericht 2006

Mosbach-Sattelbach, den 12.11.2006

 Liebe Spenderinnen und Spender, liebe Interessierte,

herzlichen Dank für Ihre finanzielle und ideelle Unterstützung.

Die ersten neun Wochen dieses Jahres habe ich in Indien verbracht, habe viele Eindrücke und Informationen gesammelt und ich konnte mich überzeugen, dass die Arbeit wirklich sehr gut gemacht wird. Mit viel Engagement wird eine ausgezeichnete Arbeit geleistet. Ich konnte mich davon überzeugen, dass die von unserem Verein unterstützen Projekte eine wirklich große Hilfe für die Menschen in Indien ist.

Auch wenn bei uns immer wieder betont wird, wie sehr sich Indien entwickelt, hier schon Menschen Angst haben, dass Indien gerade im Computerbereich eine Führungsstellung übernimmt, täuscht dies nicht darüber hinweg, dass es sich nur um die Verbesserung der Lage der Ober- und Mittelschicht handelt. Für die Armen des Landes bringt dies kaum, wenn nicht keine Verbesserung. Sie sind wirklich auf unsere finanzielle Hilfe angewiesen. Es hat mich immer wieder beeindruck, mit wie wenig Geld wie viel Hilfe gebracht werden konnte.

Die Fluthilfeprojekte sind nun alle abgeschlossen.

Die beiden von der SEZ geförderten Schutzhäuser (Shelter) sind eingeweiht. An diesem Mosbach Shelter prangt eine Tafel: A gift by POW, Germany; Mosbach Shelter. POW – „Partnership One World“ ist die indische Abkürzung für unseren Verein. In den vergangenen Wochen gab es in Indien wieder große Stürme (Cyclone) die zum Teil verheerende Wirkungen hatten, viele Menschen haben wieder Hab und Gut verloren und wurden vom CGC unterstützt; wieder wurden Lebensmittel und Kleidung verteilt, um die größte Not zu lindern. Bei uns in Deutschland hat man davon nichts gehört. Unsere beiden Shelter konnten so für viele Menschen Schutz bieten.

Das Tsunami-Waisenhaus für traumatisierte Waisenkinder konnte ich in Guntur besuchen. 50 Kinder, die mindestens ein Elternteil durch den Tsunami verloren hatten, sind hier ca. 50 km von der Küste entfernt untergebracht. Behutsam sollen sie ins „normale Leben“ zurückgeführt werden, sie gehen in die benachbarten Schulen, werden kompetent in Heim gefördert. Z.B. lernen sie in einem Theaterstück ihre traumatischen Erlebnisse während des Tsunami zu bearbeiten. Es war sehr ergreifend, wie sie zunächst das normale Leben auf dem Feld, zu Hause oder im Boot gespielt haben, dann sahen sie den Tsunami auf sich zukommen – und viele kamen zu Todee. Auch in Bildern wurde die Vergangenheit aufgearbeitet. So hat auch Anusha (li) ein Bild gemalt: Die Eltern sind mit dem Boot – noch hat es ein fröhliches buntes Segel – zum Fischfang auf das Meer gefahren. Die Welle bringt das Boot (nun hellblau) zum Kentern; die Eltern fallen aus dem Boot und liegen als gelbe Leichen auf dem Meeresgrund. Anusha hat noch daneben geschrieben, dass manche sich retten konnten.

Mittlerweile können die Kinder wieder lachen und blicken zuversichtlich in die Zukunft. Es entstand sogar der Wunsch wieder ins Heimatdorf zurückzukehren. Vor dem Meer haben sie zwar immer noch Angst, aber sie trauen es sich zu wieder in ihre alte Umgebung zurückzugehen. So ist das Heim nun umgezogen und die Kinder fühlen sich wohl; sie können wieder Kontakt zu ihrer Rest-Familie, zu alten Freunden und Bekannten aufnehmen.

Die Reise nach Indien war für mich eine Bestätigung für unsere Arbeit hier. Ich habe gesehen, dass unser Geld beim CGC gut aufgehoben ist und die Gelder in unserem Sinn verwendet werden. Unser Geld wird in Indien nicht selbstverständlich angenommen; es wird auch sehr verantwortungsbewusst damit umgegangen. Immer wieder heißt es: „Die Menschen in Deutschland arbeiten hart um uns zu helfen, sie verzichten auf etwas um uns zu unterstützen – dabei haben sie eigentlich gar keine Veranlassung dies zu tun. Wenn sie so hart für uns arbeiten, wie viel härter müssen wir arbeiten um uns für die Menschen in Not hier in Indien einzusetzen.“ Ich habe mich davon überzeugen können, dass der Einsatz und das Engagement der Menschen sehr hoch ist. Sie alle arbeiten, damit das Leben von Behinderten und Menschen, die zu den Ärmsten gehören sich verbessert. Ideen, Mitarbeitende  und Arbeitswille gibt es in Indien genug – was fehlt ist das Geld für neue Projekte. Und dafür brauchen wir natürlich wieder Sie.

Zwei Großprojekte sind bei uns in der Phase der Beantragung.
Tobi School: Die Stadt Hyderabad baut einen neuen Außenring um Hyderabad. Das wird da offensichtlich mit dem Zirkel gemacht! Auf jeden Fall trifft es die Tobi School – der flache Anbau an das Betty Huber Home (BHH). Rund um dieses Zentrum ist freies Feld, aber der Straße wird circa 1/3 der Tobi School zum Opfer fallen. Also muss sie abgerissen werden. Sie soll hinter dem BHH wieder aufgebaut werden.

Für den Neuaufbau haben wir einen Projektantrag bei der SEZ (Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit BW) gestellt. Die neue Schule soll mehr Kindern Platz bieten, außerdem sollen Therapieräume und sanitäre Anlagen integriert werden. Zunächst ist ein erstes Stockwerk geplant in dem dann der Schulbetrieb wie gehabt weiterlaufen kann. Ein zweites Stockwerk ist dann für die nahe Zukunft geplant. Die Klassenräume werden größer und freundlicher sein, die Schule wird ein festes Dach erhalten – bisher gibt es nur ein Wellblechdach! Wir hoffen, dass möglichst bald mit dem Neubau begonnen werden kann.

Das zweite ist ein wirkliches Großprojekt – eine Art Berufsbildungswerk in einem der Dörfer um Hyderabad mit einem Projektvolumen von ca. 100.000 Euro. Hierfür sind wir dabei beim BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) einen Projektantrag zu stellen. Der Eigenanteil unseres Vereins liegt dann bei ca. 20%. Ein Schulungszentrum für leichter geistig und/oder körperlich behinderte junge Menschen im Alter von 15- 35 Jahren soll gebaut werden. Sie wohnen in Slumgebieten bzw. in Dörfern. Teilweise haben sie eine Förderschule des CGC besucht oder haben zu Hause Erfahrungen mit Haus- und Landwirtschaft sammeln können. Falls ihre Eltern einen handwerklichen oder kaufmännischen Beruf ausüben, wurden sie zu Hilfsarbeiten herangezogen. Ansonsten haben Menschen mit Behinderung in den Dörfern kaum Chancen auf einen Arbeitsplatz. Auf einem eigenen Grundstück will das CGC dieses Schulungszentrum bauen. In einem halbjährigen Kurs sollen je 150 Menschen mit Behinderung in verschienen Anlernberufen ausgebildet werden. Danach erhalten sie einen Mikrokredit mit dem sie sich selbständig machen können.

Schon jetzt besuchen Teams des CGC bestehend aus Psychologin, Physiotherapeutin, Logopädin und SozialarbeiterInnen die Dörfer um in einem „Community based rehabilitation programme“ Menschen mit Behinderung zu fördern und zu beraten. Bei diesen Besuchen wurde den MitarbeiterInnen immer wieder deutlich, wie wichtig eine kompetente Förderung für gerade die leichter behinderten Menschen ist.

Für all diese Projekte brauchen wir Ihre Hilfe.

Vielleicht wollen ja auch Sie unsere Arbeit regelmäßig unterstützen. Dann können Sie bei uns eine Projektpatenschaft für 15,- Euro oder mehr übernehmen. Natürlich kann dies auch eine Gruppe von Menschen tun. Durch solche Patenschaften kann unsere Hilfe in Indien noch verlässlicher sein, denn wir haben eine Summe, mit der wir und unsere Projektpartner rechnen können. Die Gelder kommen dann immer einem unserer laufenden Projekte zugute. Selbstverständlich können Sie auch eine Bala-Bata-Schule unterstützen. In den vergangenen Jahren konnten einige dieser Nachhilfeschulen für benachteiligte Kinder durch solche Patenschaften gegründet werden. Allerdings erhalten wir für Bala-Bata-Schulen keine Fördergelder, die anderen Projektpatenschaften laufen in der Regel in ein Projekt für das wir Fördergelder erhalten, sodass aus den 15,- Euro vielleicht 60,- Euro werden.

Unser Verein, hat sich entschlossen, ebenso wie das CGC in Indien, keine Kinderpatenschaften anzubieten. Solche Kinderpatenschaften werden nicht nur von uns kritisch gesehen, sondern auch von z.B. Brot für die Welt oder terre des hommes. Kinderpatenschaften sind in der Regel Einzelfallhilfen, die Familien letztendlich von diesen Hilfen abhängig macht, anstatt z.B. durch einen Kleinkredit die Familiensituation nachhaltig zu verbessern. Kinderpatenschaften können Kinder vereinzeln und Neid fördern. „Längst besteht Einigkeit darüber, dass sich wirksame Hilfe am Gemeinwesen orientieren und Selbsthilfe fördern muss. Nur eine gleichberechtigte Entwicklungspartnerschaft kann langfristig Erfolg haben. Eine Beschränkung auf Einzelfallhilfe hat in diesem Verständnis wenig Platz. Ein kleines Beispiel: Statt nur einem einzelnen Kind den Schulbesuch zu ermöglichen, ist es sinnvoller, eine Dorfschule instand zu setzen und Lehrer aus- und weiterzubilden.“ 

Mit unseren Projektpatenschaften helfen Sie nicht nur einem Kind und seiner Familie, sondern sie helfen dabei mit, dass ein ganzes Gemeinwesen sich entwickeln kann. Sie helfen mit, dass das Leben der Menschen, die im Elend und im Dunkeln sitzen, wieder heller wird. Natürlich erhalten Sie durch unsere jährlichen Rundbriefe wie bisher Informationen über die einzelnen Projekte.

"Das Volk, das im Finstern wandert, sieht ein großes Licht; über denen, die das Todesschattenland bewohnen, geht ein Licht auf.“ (Jes 9,1). Wenn der Prophet Jesaja davon redet, dass Menschen ein Licht aufgeht, meint er nicht unbedingt das Licht der Weihnacht, sondern das Licht, das die Lebensverhältnisse von Menschen verändert, das ihnen das unterdrückende Joch von ihren Schultern nimmt und sie in Freiheit und Gerechtigkeit leben lässt. Solche Bibelverse sind auch für unsere Projektpartner in Indien immer wieder Trost und Ansporn; sie und wir wissen, dass unsere Arbeit nicht im luftleeren Raum schwebt, sondern getragen ist von den Verheißungen Gottes.

Ich wünsche Ihnen eine friedvolle und gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

                                 Ulrike Paeper, Pfarrerin

Jahresbericht 2005

Mosbach-Sattelbach, den 18.11.2005

 Liebe Spenderinnen und Spender,

herzlichen Dank für Ihre Unterstützung im Jahr 2005.

Dank Ihrer Hilfe konnte in Indien viel bewirkt werden. Für viele Familien hat sich die Lebensqualität und die Ernährungssituation so grundlegend verbessert.

Das „Projekt 111“ – das von der SEZ geförderte Kleinkreditprogramm für alte Frauen – konnte erfolgreich abgeschlossen werden. So hat zum Beispiel A. Lakshamma einen Kredit von 100 Euro erhalten und hat sich dafür Schafe gekauft. Sie stammt aus einer Hirtenfamilie und hat zwei Töchter und vier Enkel. Als sie 43 Jahre alt war starb ihr Mann am Biss einer Schlange und sie zog zu ihrer Tochter. Neun Jahre später starb auch ihr Schwiegersohn. Nun waren die beiden Frauen ganz auf sich allein gestellt. Dank des Kredits kehrt jetzt Hoffnung in ihr Leben zurück. Mit einer kleinen Schafherde können sie sich eine neue Existenz aufbauen.

Auch  das Projekt „Eine Chance zur Arbeit“ – ein vom BMZ gefördertes Mikrokreditprogramm für Menschen mit Behinderung – haben wir abschließen können. Alle 263 Kredite konnten zum ersten Mal vergeben werden. Die behinderten Jugendlichen, die bisher nur eine Last für ihre Familien waren, können nun dazu beitragen, den eigenen Lebensstandard und den ihrer Familien zu verbessern.

Auch Durga bekam einen Kredit von 100 Euro. Sie ist 18 Jahre alt und leicht geistig behindert. Im CGC (Child Guidance Centre) hat sie auch Nähen und Sticken gelernt. Mit dem Kredit haben sie und ihre Mutter einen Sarihandel eröffnet. Nun verkaufen und besticken sie Saris und führen Näharbeiten aus. 

Besonders überwältigt hat uns die Spendenbereitschaft nach der verheerenden Flutkatastrophe in Südostasien. Über 80.000 Euro Spenden und Fördergelder haben wir erhalten.

Als Soforthilfe wurden in den ersten drei Tagen, vom 27. – 30. Dezember 3.000 Menschen, die in Notunterkünften untergebracht waren, mit täglich drei Mahlzeiten versorgt; es wurde Kochgeschirr und Nahrungsmittel und Kleidung verteilt; Fischernetze gekauft und Boote repariert und natürlich fuhr auch der von unserem Verein finanzierte Wasserwagen.

Daneben konnten dank der Fördergelder der SEZ zwei Schutzhäuser gebaut werden; diese sollen der Bevölkerung als Schutz vor Naturkatastrophen dienen und ansonsten als Bala-Bata-Schule (Nachhilfeschule) und Versammlungsraum genutzt werden. Ein von der Landesstiftung Baden-Württemberg gefördertes Kinderheim konnte in den letzten Tagen begonnen werden. 50 durch die Flut traumatisierte Waisenkinder sollen hier für zwei Jahre eine neue Heimat finden, zur Schule gehen können und wieder Hoffnung für ihr Leben finden.

Dies ist ein kleiner Einblick über die verschiedenen Projekte, die mit unseren Projektpartnern CGC und CARDS durchgeführt wurden.

Durch Ihre Spende haben Sie vielen Menschen in Indien wieder Hoffnung gebracht. Herzlichen Dank dafür. Sie können sicher sein, dass wirklich jeder Cent bei den Bedürftigen ankommt, denn es werden von den Spenden weder Überweisungs- noch Verwaltungskosten abgezogen. Die Überweisungsgebühren für die Flutopfer wurden sogar von der Sparkasse Mosbach gesponsert.

Ich selbst werde am 30.12. für gut zwei Monate nach Indien fliegen, Informationen sammeln und mich natürlich auch davon überzeugen, dass die Spendengelder gut angelegt wurden.

Seit dem vergangenen Jahr unterstützen wir verstärkt das CGC (Child-Guidance-Centre). Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem beigefügten Informationsblatt.

Natürlich freuen wir uns, wenn Sie uns auch in diesem Jahr mit einer Spende helfen unsere Arbeit in Indien weiterzuführen. Ihr Geld ist bei unseren Projektpartnern immer gut angelegt und wird dringend benötigt.

So kann für nur 12,- Euro ein Kind in der Tobi-Schule einen Monat lernen und essen. Im Waisenhaus lebt und lernt ein Kind für nur 18,- Euro im Monat. Mit 10,- Euro kann sogar eine ganze Bala-Bata-Schule mit 20 Kindern einen Monat lang unterhalten werden. Dalit-Kinder haben es schwer in den staatlichen Schulen. Vielfach werden sie noch diskriminiert, müssen ganz hinten auf dem Fußboden oder sogar außerhalb des Klassenzimmers sitzen. Bei den Hausaufgaben haben sie wenig Hilfe, denn die Eltern sind meist Analphabeten. Ihre Schulleistungen sind daher oft schlecht. Die Bala-Bata-Schulen leisten hier einen wichtigen Ausgleich. Vor Beginn der staatlichen Schule und nach Schulende besuchen die Dalit-Kinder die  Bala-Bata-Schulen. Dort bekommen die Kinder Hilfe bei den Hausaufgaben, sie lernen Lieder und Tänze, Hygiene und Sauberkeit, aber auch etwas über die Rechte der Dalits.

Auch die Aids-Programme, die Augenoperationen und Kleinkreditprogramme die nach der Rückzahlung immer erneut vergeben werden – sollen nach Möglichkeit weiter durchgeführt werden. Außerdem wird ein Fahrzeug für die Beförderung der SchülerInnen benötigt. Hierzu werden wir auch im nächsten Jahr wieder Förderanträge stellen.

„Es ströme aber die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“, dieser Satz des Propheten Amos (Am 5,24) gilt auch für die Arbeit des CGC, dessen MitarbeiterInnen mithelfen wollen benachteiligten Menschen zu mehr Gerechtigkeit und Menschenwürde zu verhelfen.

Ich wünsche Ihnen eine friedvolle und gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

                                 Ulrike Paeper, Pfarrerin     
Jahresbericht 2005
Jahresbericht 2006
Jahresbericht 2007



Impressum