Die aktuelle Lage in Indien

Vor wenigen Wochen erlebte Hyderabad die schwersten Regenfälle seit 117 Jahren. Drei Tage anhaltender Dauerregen sorgte für schwere Überschwemmungen und Zerstörung in der Millionenstadt, sowie im Umland. Ursächlich für die Regenfälle waren zwei Zyklone die vom Golf von Bengalen über das Land zogen und laut der Landesregierung von Telangana dort Schäden in Höhe 681 Millionen Dollar verursachten. Mindestens 81 Menschen verloren in Hyderabad, laut offiziellen Zahlen, ihr Leben durch die Unwetter.

 

Mehrtägige Stromausfälle und überflutete Straßen führten zu einem Stillstand in weiten Teilen Hyderabads. Rajani berichtete, dass viele Menschen ihr Hab und Gut oder Teile davon verloren haben. So wurden Möbel, Elektronik, aber auch die Nahrungsvorräte der Menschen beschädigt oder zerstört, als das Wasser bis zu 1,5m hoch in den Häusern stand. Auch auf dem Land sind die Schäden groß und die Landwirte erwarten große Ernteausfälle, wurde uns erzählt. Bei den Menschen sei die Sorge vor gesundheitlichen Folgen groß, so äußerten viele Menschen dem CGC gegenüber von Fieber, Husten und Erkältungszeichen. Gerade in Zeiten von Corona sorgt dies für eine große Verunsicherung bei den Menschen.

 

Das CGC und seine Nachbarschaft waren durch die Überschwemmungen ebenfalls betroffen und man war bemüht den Menschen so schnell wie möglich zu helfen. So wurde das Schulgebäude den Familien in der Nachbarschaft als Unterkunft angeboten. Die Mitarbeitenden des CGC verteilten Nahrungsmittel an die Menschen und unterstützten die Familien dabei, ihre Häuser und Grundstücke zu desinfizieren, nachdem durch den Regen die Toiletten übergelaufen waren. Rajani erzählte, dass es drei Tage dauerte bis Hilfe durch die Stadt bzw. Regierung in ihre Nachbarschaft kam. Auch wurde man wohl durch die Regierung gebeten worden, 15 Familien etwas länger eine Unterkunft im CGC zu ermöglichen. Inzwischen hat sich die Lage wohl wieder einigermaßen „normalisiert“.

Corona-Update:

Rajani gab uns in letzter Zeit auch ein kleines Update, wie das Coronavirus das Leben im CGC aktuell beeinträchtigt. So erzählte Sie, dass die Schulen immer noch geschlossen sind. Die Lehrerinnen des CGC jedoch regelmäßig in die Schule kommen um von dort aus telefonisch Kontakt zu ihren Schülerinnen und Schülern, sowie deren Familien zu halten und Möglichkeiten zur Förderung daheim zu besprechen. Wann die Schulen wieder geöffnet werden können ist immer noch unklar. Uns wurde auch erzählt, dass Eltern mit ihren Kindern an der Schule vorbei kommen um den Kindern zu zeigen, dass die Schule noch da sei und sie aber aufgrund der Situation dort aktuell nicht hin dürfen.

 

 

Auch die Ausbildung der Kinder im Happy Home ist natürlich betroffen von den Schulschließungen. Ein Teil der Kinder besucht die Schulen des CGC, für sie wurde ein Tagesplan erstellt mit schulischen und außerschulischen Aktivitäten, der ihnen den Tag strukturiert. Sie werden dabei durch eine Lehrkraft unterstützt. Für die Happy Home Kinder die öffentliche Schulen besuchen, wurde es von der Regierung zur Pflicht gemacht, den TV Sender „Doordarshan“ zu schauen. Dort werden täglich Unterrichtsstunden zu unterschiedlichen Themen ausgestrahlt. Die Kinder auf privaten Schulen werden aktuell daheim durch eine Lehrkraft beschult, da es aktuell keine Möglichkeit gibt Onlineklassen zu besuchen.